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Wer ist B. Traven?

Was man bis heute nicht geschafft hat, schafft man bis zum Jahresende auch nicht mehr. Es gibt also keinen Grund für Hektik. Ich wollte zum Beispiel wieder ein kleines Buch machen, das ich als Weihnachtsgeschenk einwickeln kann. Ich habe es nicht geschafft. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn es gibt eine Vielzahl von Büchern, die andere schon geschrieben haben und die man genauso gut einwickeln und verschenken kann. Ich brauche mir auch gar keine Mühe damit zu geben, zu bemerken, dass das Buch diesmal nicht von mir ist. „Ja, Ja…“ Es wird verschmitzt gelächelt und das Geschenk wechselt den Besitzer. Da ich in den letzten Jahren nur Bücher von mir verschenkt habe, glaubt mir jetzt keiner mehr, dass ich auch fremde Bücher verschenken kann. Dass ein fremder Autor draufsteht irritiert niemanden, auf meinem ersten Buch stand ja auch nicht, dass es von mir war. B. Traven hat zeitlebens unter Pseudonym geschrieben. Die wahre Identität B. Travens ist bis heute umstritten. Würde ich beispielsweise das Totenschiff verschenken, könnte das Rätsel als gelöst gelten. Schlussendlich wird dieser Umstand dazu führen, das einmal alle Bücher auf der Welt als von mir geschrieben gelten. Es abzustreiten hätte gar keinen Zweck.

So gesehen brauche ich also auch im nächsten Jahr kein neues Buch zu machen. Ein Buch mehr oder weniger, was soll’s? Was kann man noch alles nicht machen? Wie ist es mit Wäsche waschen? Ich glaube, das ist sogar verboten. Zwischen den Jahren Wäsche zu waschen ist ein No Go. Es bringt Unglück und schlimmstenfalls den Tod. Aber das ist natürlich alles Aberglaube. Wäsche waschen nach Neujahr ist selbstverständlich auch nicht besser.

Stattdessen sollte man… - Entschuldigung. Ich wurde gerade abgelenkt und jetzt ist dieser wichtige Gedanke unwiederbringlich futsch. Was man stattdessen sollte, bleibt nun für immer im Dunkeln, es sei denn, jemand anders weiß es. Ich war vor ein paar Monaten auf einmal in einem Krankenhaus und hatte keine Ahnung, wie ich dorthin gekommen war. Soweit ich weiß fand ich das damals kein bisschen beunruhigend. Irgendwann wusste ich ja auch wieder Bescheid. Trotzdem fange ich manchmal noch Sätze an, die wahrscheinlich gar nicht von mir stammen. Ich glaube mein User hat sie eingegeben. Dann bekam er einen Anruf und musste sich um andere Dinge kümmern. Ja, vielleicht sollte ich stattdessen herausfinden, wann ich von meinem User benutzt werde und wann ich ein Eigenleben führe. Dann: Wer ist mein User? Oder einfach: Wer ist B. Traven?

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