Diese Klimaanlagen

Ich will mir was zu essen machen, müsste aber vorher Geschirr spülen. In der Spüle kühlt aber im Wasserbad der Tee runter, das dauert noch eine Weile. Also kann ich kein Geschirr spülen. Folglich habe ich auch keinen Platz, um eine Mahlzeit zuzubereiten. Der Tee ist zum Trinken noch viel zu warm. Das einzige kühle Getränk im Haus ist - Hefeweizen. Unter dem Einfluss von Hefeweizen geht mir übrigens das Meiste flott von der Hand. Ich weiß nicht genau, ob es an der Hefe oder am Weizen oder der ausgewogenen Mischung zwischen beidem liegt. Wahrscheinlich an Letzterem. Störtebecker lässt bei seinem Bernsteinweizen neuerdings die Hefe weg. Vielleicht haben sie dafür Bernstein reingemischt, aber es ist nicht mehr dasselbe. Schadeschadeschade. Das letzte Wort habe ich von Ruth Herzberg kopiert. Ich glaube nicht, dass sie dafür die Urheberschaft beanspruchen kann. Darüber hinaus schreibt sie aber über Liebeskummer ganz genau das, was ich heute eigentlich über Liebeskummer geschrieben hätte, wenn es mir eingefallen wäre. Ist es aber nicht. Schadeschadeschade. 

Zu Hefeweizen passt eigentlich überhaupt kein Essen. Darum lasse ich es meistens weg. Gestern wollte ich aber mal nicht so sein und Kartoffelpuffer mit Lachs essen. Dann stellte sich aber heraus, dass in der (Plastik-) Packung gar nicht zehn Kartoffelpuffer waren, wie ich gedacht hatte, sondern ein einziges Kartoffelomelette. Ich habe es trotzdem zubereitet wie gewohnt und auch den (plastikverpackten) Lachs dazu gegessen (mit Senfsoße im Aluminiumbeutel). Danach wurde mir sehr übel. Wahrscheinlich hätte die Mahlzeit locker für zwei Tage gereicht. Ein Komodowaran frisst einmal im Jahr einen jungen Mähnenhirsch und hat dann für eine ganze Weile Ruhe. Aber nach dem Hirsch fühlt er sich bestimmt genauso wie ich mich nach dem Kartoffelomelette. 

Das Hefeweizen ist ein Wunderelexier. Jetzt ist auch das Geschirr schon gespült. Ich könnte nun also ohne weiteres eine Mahlzeit zubereiten. Ich bin eigentlich heute morgen einkaufen gefahren, um mir ein bisschen frischen Salat zu besorgen. Tante Hannelore hat welchen zum Einpflanzen gekauft und der sah auch nach zwei Wochen noch gut aus. Wenn ich Tomaten kaufe, verenden sie nach zwei Tagen ungegessen auf meinem Küchentisch. Tomaten dürfen nun mal nicht in den Kühlschrank. (Das hat mir Brigitte gesagt und die muss es schließlich wissen.) Dann hatte ich aber keinen Einkaufszettel geschrieben und holte zu Hause eine schöne Schweinelende aus dem Rucksack. In einer prächtigen Plastik-Verpackung. Diese Klimaanlagen in den Supermärkten machen einen ganz kirre! 

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