Könnte klappen

Jetzt kam es nochmal in den Nachrichten: die Astronauten, die am Freitag auf der ISS angekommen sind waren zwei Tage nicht auf der Toilette. Ich hatte ja so was geahnt. Sie waren sozusagen mit der S-Bahn unterwegs, da gibt es ja auch keine Toiletten. Sie hätten vielleicht doch lieber den Regio nehmen sollen. Andererseits ist es gut möglich, dass sie sich den Stress mit dem Klo putzen ersparen wollten. Auf Station kriegen sie das noch früh genug. An der Kabinentür hängt dann ein Zettel, jeder ist eine Woche zuständig. In ihrer Sojus-Kapsel sind sie vierunddreißig Mal um die Erde herumgeflogen. Es stimmt wirklich: sie haben nur gepennt und rausgeguckt. Und wenn sie mal mussten, haben sie einfach in ihren Anzug abgedrückt.

Ich wurde während meiner aktiven Dienstzeit in der Volksarmee einmal Zeuge eines vergleichbaren Vorgangs. Wir wohnten ähnlich beengt wie in der Sojus-Kapsel, nur dass wir zu acht waren. Die Wochenenden verbrachten wir auf unseren Betten. Am Tisch konnten zwei Mann sitzen. Diese zwei Mann spielten Schach. Dabei konsumierten sie befehlswidrig hochprozentigen Alkohol. Einer der beiden musste schließlich pinkeln und wollte nicht aufs Klo, weil argwöhnte, der andere würde während seiner Abwesenheit seine Figuren umschmeißen. Er erleichterte sich in eine leere Milchflasche. Deren Fassungsvermögen betrug 0,25l. Mit dem Blaseninhalt eines erwachsenen Mannes war das nicht kompatibel. Es war nicht schön, dieser Szene beizuwohnen. Aber ich habe auch das überstanden.

Viele fragen sich ja, warum so viel Geld für diese Station und für bemannte Flüge dorthin ausgegeben wird. Es ist aber notwendig. Es handelt sich um die Vorbereitung der nächsten Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Erst müssen sie zwei Tage die Erde umkreisen, damit sie mal ein Gespür dafür kriegen, wofür sie eigentlich verantwortlich sind. Merkel, Macron und Trump in einer Kapsel ohne Toilette. Ohne Toilette, damit Trump gar nicht erst in Versuchung kommt, wieder heimlich zu rauchen. Auf der Station warten schon Kim, Putin und Xi. Dann beginnt die Arbeit. Zur Erde können sie erst wieder, wenn sie einen Plan für die Rettung der Welt haben, dem sie alle zustimmen. Dann fliegt aber erst die Altbesatzung zurück, um den Plan in ihren Ländern in die Tat umzusetzen. Trump, Macron und Merkel bleiben erstmal oben. Ob sie abgelöst werden, hängt davon ab, ob auch die anderen Staatschefs mitmachen, mit denen sie sich dann auch einigen müssen. Immer drei und drei. Es hat keiner gesagt, dass es ein Zuckerschlecken wird, die Welt zu retten. Aber es könnte klappen.

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