Fortsetzung folgt

Ich weiß gar nicht mehr, was ich zuerst machen soll! Schreiben, Musik machen, verabreden. Es ist schön und ich will überhaupt nichts anderes mehr machen, aber letztlich bleibt für alles zu wenig Zeit. Die Chorproben haben im September wieder angefangen, aber ich war noch nicht da. Ich kaufe nur noch das Nötigste ein, damit ich mich schnell wieder meiner eigentlichen Beschäftigung widmen kann und habe dann nichts zu essen im Haus. Meine Besucherin musste sich vor dem Verlassen meiner Wohnung die Füße waschen, weil sie sich unvorsichtigerweise die Schuhe ausgezogen hatte. Das darf man in meiner Wohnung eigentlich nicht machen. Meine Wohnung ist schließlich keine Moschee, sondern eher wie eine Wiese oder wie ein Wald. Oder wie eine Wiese im Wald. Man merkt es nicht gleich am Geruch, aber an den Füßen merkt man es sofort.

Jetzt muss ich auch gleich wieder los, denn man soll seine Verabredungen nicht warten lassen. Ich hatte eine Weile so gut wie überhaupt keine Verabredungen, darum hat das jetzt Priorität. Schreiben muss ich aber natürlich auch, sonst passiert ja nichts. Ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass nur das passiert, was aufgeschrieben wird. Für die große Weltlage sind die Zeitungen zuständig. Leider scheint das dort keiner zu wissen, sonst würden sie vielleicht etwas behutsamer schreiben und nicht so grob alles durcheinander werfen. Chemnitz, Köthen, Küblböck. Was gerade so einfällt. Das ist nicht verantwortungsbewusst sondern eigentlich schon fahrlässig.

Dieses Blog hier war ja ursprünglich ein Projekt zur Rettung der Welt. Das funktioniert aber nun mal nicht aus einem Blog heraus. Darum habe ich mich bei allen bekannten Zeitungen um eine freie Mitarbeit beworben. Freilich hätte ich dort nicht über mich geschrieben, sondern eben über die Weltlage und dann sähe die Welt heute auch ganz anders aus. So, wie mein Leben heute auch viel besser und freundlicher aussieht, als früher. Die Sache mit Küblböck macht mir allerdings Angst, denn über Küblböck sollte eigentlich nur Küblböck schreiben dürfen und der hätte ganz bestimmt etwas anderes geschrieben. Was, wenn es auf einmal einer Zeitung gefällt, über mich zu schreiben? Vielleicht werde ich dann auf einmal berühmt und reich. Aber dabei bleibt es ja nicht, denn das wäre zu langweilig. Dann muss ich schrill werden, depressiv, schwul sowieso und Drogen nehmen. Schließlich, nicht zu früh aber doch rechtzeitig, bleibt nur ein rätselhaftes und doch tragisches Ende. Vielleicht verschwinde ich mit meiner Verabredung irgendwo im Wald und werde nie wieder gesehen. Die Suche wird nach zwanzig Minuten eingestellt. Wir werden beide für tot erklärt. Aber wer weiß schon, was dann passiert? Fortsetzung folgt.

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