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Links halten

Zurzeit kann ich die Wohnung leider nicht verlassen. Ich habe den Schlüssel draußen stecken gelassen und dann von innen die Tür zugeknallt. An dieser Stelle fällt mir ein Satz aus einer Schulzeugnis-Beurteilung ein: „Er muss es noch lernen, seine Späße im richtigen Moment wirken zu lassen.“ Ich habe nicht nur das noch immer nicht gelernt. Am zweiten Satz habe ich seit Tagen gefeilt und jetzt habe ich ihn einfach so als zweiten Satz rausgehauen. Es ist nicht mal ein Hauptsatz, wie der erste, sonst könnte man wenigstens sagen, es sei der zweite Hauptsatz (von was auch immer). Es kommen sicher Einwände, ich müsste doch nur auf die Türklinke drücken. Aber die Türklinke ist schon vor ein paar Jahren abgebrochen. Ich komme nur mit dem Schlüssel raus und der schließt nicht, wenn auf der anderen Seite ein anderer Schlüssel steckt. Von innen geht auch der Scheckkarten-Trick nicht. Ich hoffe, die Ausweglosigkeit meiner Situation ist hinreichend deutlich geworden. 
Vor ein paar Tagen war ich no…

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Schön und lieblich

Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit: Wer wohl am Besten sänge, zur schönen Maienzeit. Glücklicherweise müssen wir zur Zeit nicht solche Codes bemühen, um über die Vorgänge in der Regierung zu sprechen. Aber die schöne Maienzeit geht ja nun langsam zu Ende und da dürfen wir nun wirklich gespannt sein, was zum Schluss herauskommt. Klar ist das noch keineswegs, denn jeder beharrt auf seiner Position. Frau Merkel ruft in Berlin mit glockenheller Stimme nach wie vor KUCKUCK - KUCKUCK, während Herr Seehofer in München schon etwas genervt IAHHH - IAHHHH schreit. Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass hier auch mit den besten Mediatoren nur der Zipfel einer Einigung zu fassen wäre. Weder lässt sich denken, das Seehofer auf einmal KUCKUCK ruft, was ihm schon auf Grund seiner anatomischen Gegebenheiten nicht möglich sein dürfte, noch kann man sich ausmalen, dass Merkel auf einmal IAHHH schreit. Obwohl das natürlich eine schöne Überraschung wäre. Andererseits wäre es fatal, wenn…

Wo die schlechte Laune herkommt

Das Fahrrad ist also in den Brunnen gefallen und ich könnte jetzt glücklich und zufrieden sein. Ich bin es aber nicht, sondern beschäftige mich doch mehrmals täglich gedanklich mit dem Fahrrad. Wieso? Ich genieße die jeweils halbstündigen Spaziergänge zur Arbeit und wieder nach Hause. Neulich wurde mir ein Fahrrad zur Nutzung angeboten. Ich habe dankend abgelehnt. Ich brauche kein Fahrrad. Trotzdem muss ich den Fahrradmann anrufen. Aber warum? Wozu? Ich könnte doch froh sein, dass er das Fahrrad hat und nicht ich. Ich bin aber nicht froh, sondern ich gräme mich. Darum, weil mich der Fahrradmann hinters Licht führt. Weil er mich hintergeht und betrügt. Weil er mich heimlich auslacht. Wahrscheinlich tut er das gar nicht. Und wenn doch, was soll‘s? 
Ich habe für das Fahrrad vor fünf Jahren eine Menge Geld bezahlt. Jedenfalls war es für mich eine Menge Geld. Aber was ist Geld? Kann man Geld überhaupt besitzen? Und warum sollte man sich dagegen wehren, hinters Licht geführt zu werden? Wie g…

Neues* vom Fahrrad

Die Luft im Reifen hatte nicht lange durchgehalten. Als nun der Frühling gekommen war, dachte ich, ich könnte es mal wieder versuchen. Diesmal fand ich auch den Dorn, ein neuer Schlauch, alles ging schnell. Dann hatte ich Schwierigkeiten beim Einbau: Das Rad drehte sich nicht mehr. Wie festgeschraubt. Nach einer Stunde und mit furchtbaren Rückenschmerzen hatte ich einen Kompromiss ausgearbeitet: Das Rad drehte sich, dafür hing die Kette durch. Was soll’s. Man kann nicht alles haben. Ich fuhr in die Stadt. Eine Mädchengruppe betrachtete mit wachsender Bewunderung mein schickes Bike. KNALL flog die Kette ab. Mit rotem Kopf beschmierte ich mir die Finger mit schwarzer Kettenschmiere. Ich wollte nur noch fliehen. Auf dem Rückweg sprang die Kette noch drei mal ab, immer dann, wenn es gerade sehr wichtig wurde, cool auszusehen.

Um zu verstehen, warum ich das Fahrrad nicht einfach auf den Schrott werfe, muss man wissen, dass ich es von IHR habe. SIE hat es mir gegeben und sie hat das gleich…

Passt scho‘

Zum Glück ist jetzt Wochenende und wir haben eine kleine Verschnaufpause von den aufregenden Ereignissen auf der politischen Bühne. Obwohl ich ja sagen muss, dass die Bilder diesmal gar nicht zum Text passten. Man hört immer, dass Frau Merkel und Herr Seehofer sehr bitter miteinander streiten. Dann zeigen sie aber Bilder, auf denen die beiden irgendwo herumlümmeln und sich ganz offenbar sehr langweilen. Vielleicht ist da auch etwas durcheinander geraten. Auf jeden Fall werden sie dann aber aus den Nachrichten erfahren haben, dass es eine Krise gibt und dass sie sich mal wieder spinnefeind sind. Während man ja nun bei den Elefanten herausgefunden hat, dass sie nachdenken, während sie scheinbar untätig herumstehen, weiß man beim Horst Seehofer nicht, was er eigentlich macht, wenn er scheinbar gelangweilt herumlümmelt. Es ist ein Rätsel. Man kann ja nun auch nicht einfach sein Gehirn sezieren, um es herauszufinden. Es bleibt nur, weiter herumzuraten. Vielleicht macht er sich auch so sein…

Das kleinere Übel

Bild
In dieser Woche stand in der Zeitung, dass ein junger Mann im thüringischen Sondershausen beim Kirschkernweitspucken vom Balkon gestürzt ist. Er fiel aus dem dritten Stock hinunter und erlitt sehr schwere Verletzungen. Daran sieht man mal wieder, dass Kirschen essen eine sehr gefährliche Sportart ist. Wahrscheinlich kommt daher auch das Sprichwort, mit jemandem sei nicht gut Kirschen essen. Vielleicht, wenn sich der Balkon des Betreffenden in einem der Obergeschosse eines Hauses befindet. Gut Kirschen essen ist nur mit Mietern oder Eigentümern, die im Erdgeschoss wohnen und die eine Terrasse haben. Demnach ist mit mir auch nicht gut Kirschen essen. Offenbar gibt es nun eine Reihe von Menschen, die solcherlei Risiken nicht länger auf sich nehmen wollen und das Kirschkernweitspucken von den Balkonen in ungefährlichere Regionen verlagern. Jedenfalls sah sich ein von mir häufig aufgesuchter Lebensmittelmarkt veranlasst, vor seinen Obstauslagen ein Schild mit der Ermahnung aufzustellen, d…

Königsdisziplin

Es ist noch gar nicht ausgemacht, ob der Gebrauch der Sprache wirklich vorteilhaft ist. Keine nichtmenschliche Lebensform verfügt über sie. Vielleicht hat das ja seinen Grund. Möglicherweise gibt es im ganzen übrigen Universum keine Sprache, weil sie nichts Gewinnbringendes zum Leben beitragen kann. Auch wir fühlen uns immer noch am stärksten von Bildern und Gesten angesprochen. Was können Kim und Trump schon miteinander besprochen haben? Das Wesentliche zwischen den beiden muss nonverbal gelaufen sein. Aber wir haben die Sprache nun mal und darum müssen wir sie auch benutzen. Vielleicht wäre es besser, wir täten es nicht. Ich könnte den ersten Schritt machen und ein Schweigegelübde ablegen. Ab morgen spreche ich nicht mehr. Sage keinen Mucks. Nur noch Gesten. Vielleicht auch Laute. Aber keine Worte. Ob man es schaffen kann, die Sprache auch aus dem Denken zu löschen? Denken ohne Worte? 
Freilich könnte ich dann auch nichts mehr schreiben und ich dürfte eigentlich auch nichts mehr lese…