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Es werden Posts vom August, 2018 angezeigt.

Mein leises Lied

Ich bin nicht sicher, ob es in Ordnung geht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika von einem Hirn regiert werden. Und wenn es auch das Hirn von Trump ist. Es ist trotzdem ein Hirn. Wurden die Wähler hinters Licht geführt? Oder wussten sie, dass sie eigentlich ein Hirn gewählt haben? Wie wäre das eigentlich in Deutschland? Zum Glück wählen wir ja hier unseren Regierungschef nicht selbst. Da müssen sich also die Abgeordneten mit herumschlagen. Aber wenn die herausbekämen, dass sie derartig hinters Licht geführt wurden-na dann Prost Malzeit! Aber das wurden sie ja nicht. Merkel ist immer noch Merkel, wobei ich schon denke, dass sie ganz schön schlau ist. Leider hilft uns das in Augenblick auch nicht weiter, denn die Dummheit ist ausgebrochen. Sie fängt an, das Land auszufüllen. Sie beginnt freilich in den Köpfen, aber dort bleibt sie nicht. Sie breitet sich erst langsam aus und dann immer schneller. Alles Bunte und Farbige wird grau. Und jeden Tag wird das Land ein bisschen grauer und…

Das Schlimmste, was passieren kann

Ich habe einen Timer installiert, mit dem ich meine Arbeitszeit überwachen kann. Ich hätte nicht gedacht, dass das mal notwendig werden könnte. Es ist auch nicht notwendig geworden, aber es macht Spaß. Ich vergesse nämlich immer, den Timer einzuschalten. Dann sieht es am Ende des Tages so aus, als ob ich überhaupt nicht gearbeitet hätte. Ein freier Tag also. Darüber freue ich mich dann sehr. Wenn alle Menschen solche Timer hätten, gäbe es wahrscheinlich viel mehr Freude an der Arbeit. Bisher bin ich noch nicht auf die Idee gekommen zu messen, wie lange ich am Tag mit Schreiben beschäftigt bin. Das ist auch schwierig. Wann ich nur messe, wie lange ich tatsächlich schreibe, werden nur ein paar Minuten zusammenkommen. Die meiste Zeit schreibe ich ja nicht, sondern gucke in die Luft, aus dem Fenster oder schlafe. Es ist ein wunderbare Beschäftigung, die ich nur für die Notdurft und zur Zubereitung von Malzeiten unterbreche. Meine Lieblingsposition ist die Rückenlage auf dem Bett. Mein Vor…

Singen kann jeder

Die natürliche Körperform des Mannes gleicht eher einem b. Die gesellschaftliche Idealisierung will uns stattdessen ein i vormachen. Ich erkenne den Fehler, wenn ich an einem Spiegel vorbeigehe und mein Profil aus den Augenwinkel wahrnehme. Es ist ein b. Man erkennt es auch, wenn man sich Darstellungen von Australopithecinen anschaut. Ich kann mir gar nicht erklären, wie es zum i gekommen ist. Vielleicht von „idealisieren" . Nun zeichnen sich Idealisierungen vor allem dadurch aus, dass es sie gar nicht gibt. Im Grunde genommen sind es Vereinfachungen, Weglassungen. Leider wird bei Idealisierung oft auch Wesentliches weggelassen. Es ist ein dummer Reflex, einem Ideal entsprechen zu wollen, denn es ist nicht möglich und es verursacht Kosten. Im konkreten Fall kostet es Energie, die kleidsame Ausstülpung am unteren Körperende nach innen zu ziehen und dann so zu verharren. Eine schier übermenschliche Anstrengung, die auch nicht gesundheitsfördernd sein kann.  Darüber hinaus ist es auc…

Aschenputtel

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Ich fragte: "Was kommt eigentlich nach dem Sommer?" und fand mich ziemlich schlau. Die Antwort lautete: "Rotkäppchen.“ Ich lächelte nachsichtig und fragte jemand anderen: „Nein. Was kommt nach dem Sommer?" Antwort: „Aschenputtel!“ Nun kann man freilich immer weiter widersprechen: „Nein,nein, nein, nein, nein." Mit immer mehr Nachdruck. So etwas kann einem immer wieder passieren, wenn man sich dumm stellt. Wenn man etwas weiß, dann soll man es eben einfach sagen und nicht scheinheilig danach fragen! Natürlich wollte ich „Herbst" hören, um dann von den bunten Wäldern singen zu können. Aber soweit ist es ja noch lange nicht. Es ist ja noch Sommer. Ich bin mal gefragt worden, warum einen der Sommer eigentlich immer so traurig macht. Es liegt daran, dass wir im Sommer immer weiter in die Dunkelheit hinein fliegen. Erst Ende Dezember fliegen wir wieder in das Licht. Vorher wird es einfach nur dunkler und dunkler. Dass das so ist, verdanken wir der Neigung der Er…

The Brain

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Musik!

Ich und Musik! Das wir beide mal zusammenkommen, war nicht abzusehen. Ich hatte zwar nie Schwierigkeiten mit dem Singen, aber das war es dann auch schon. Alles andere betreffend war ich vollständig „unmusikalisch“. Falls es so etwas überhaupt gibt. Ich hörte mir keine Musik an und Discoveranstaltungen waren, solange es noch keinen Alkohol gab, eine Quälerei. Die Hitparade im ZDF und disco sah ich mir allerdings an. Schallplatten mit Musik hatte ich nicht und natürlich auch keine Kassetten. Auf Klassenfahrten hatten andere Jungs schon längst immer ein Köfferchen mit Kassetten dabei. Ich staunte. Oder ich staunte nicht. Ich weiß es nicht mehr. Simone brachte die ersten Schallplatten mit. Konstantin Wecker mit dem „Willi“ und Hermann van Veen mit dem „Kinderrad“. Und Gerhard Schöne. Der sang auf irgendeiner Platte vom Messias und vom „Großen Halleluja“. Irgendwann hatte ich dann auch so eine Platte. Bei Witti bekam ich dann gratis richtigen Unterricht. Der hatte ein Zimmer, das mit Schal…

Die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr im ländlichen Sozialraum

Ich habe eine ausgesprochen unterhaltsame Weiterbildung besucht. Der Dozent war Professor und Entertainer. Wahrscheinlich hätte er auch singen und tanzen können, sah aber aus Zeitgründen davon ab. Er hat mein Leben verändert. Unter anderem konnte er sehr anschaulich darstellen, wie sich die Vernachlässigung der Zahnpflege auf das Leben eines Menschen auswirkt. Karies wäre gar nicht das Problem, das dauere mindestens sechs Monate. Viel gefährlicher wäre die Aphtenbildung. Aphten im Mund seien ausgesprochen schmerzhaft. Ich verstand „Aften“ und wusste sofort, dass ich so etwas nicht im Mund haben wollte. Dann machte der Professor klar, dass das Kauen auf einer Seite durch die Aphten sehr schmerzhaft werden könnte. Wenn man dann nur noch auf der anderen Seite kaue, würde sich die Struktur des Kiefermuskels verändern. Die Kau-Seite würde hypertroph, die andere hypotroph. Erst bekäme man zusätzlich Kopfschmerzen, dann würde der Kopf auf der Kau-Seite größer und schwerer, was schließlich zu…

Vor dem Alltag

Mein Klamottenabo hat sich wieder gemeldet. Ich dachte ja, ich hätte sie jetzt erfolgreich abgewehrt: Emails habe ich nicht beantwortet und am Telefon habe ich sie angeschrieen. Jetzt kam aber eine neue Email: In zwei Wochen schicken sie meine neue Box. Was drin ist, würde ich schon sehen. Aus der Nummer komme ich jedenfalls nicht mehr raus. Das ist auch der Grund, aus dem ich in diesem Jahr nicht mehr in den Urlaub fahren kann. Ich werde das Geld brauchen, um die Rechnung für die neuen Klamotten zu begleichen. Irgendwie bin ich aber auch froh. Von Kleidung hat man nun mal länger was, als vom Urlaub auf den Inseln am rechten Rand von Deutschland. Vielleicht kaufe ich mir sogar noch einen Kleiderschrank. Als ich neulich mal erwähnte, dass ich keinen habe, kam die Frage, wo ich denn meine Sachen lassen würde. Antwort: Na, die habe ich an!

Aber Schwamm beiseite. Ich fahre wirklich nicht in den Urlaub, weil ich ja schon im Urlaub bin. Es ist eine Frage der Einstellung. Wenn man sich vors…

Verteilt Ohrenschützer!

Wenn es nicht so schlimm wäre, wäre es zum totlachen: Die Bahn will die Trinker mit Musik verjagen. Das geschieht ihnen ganz recht. Warum trinken sie auch so viel? Müssten sie ja nicht. Jetzt geht es ihnen an den Kragen. Sie werden mit Musik beschallt. Als ob das noch nicht reichen würde, um diesen grottigen Trinkern den Garaus zu machen, soll es auch noch atonale Musik sein. Atonale Musik!! Die spielt wahrscheinlich im Ultraschallbereich. Trinker können Ultraschall wahrnehmen und leiden beim Abspielen wie Hunde bei einer Feuerwehrsirene. Sie müssen sich dann mit beiden Händen die Ohren zuhalten. Dann können sie natürlich nicht mehr trinken, denn dazu brauchen sie mindestens eine Hand. Nähmen sie die vom Ohr weg, hörten sie den schrecklichen Lärm und müssten sofort wieder zuhalten, wollten sie nicht unter schrecklichen Qualen elendiglich verenden. Soweit der Plan der Bahn. Wer denkt sich sowas aus?

Allerdings weiß jedes Kind, das Harry Potter und die Kammer des Schreckens gelesen ha…

Nach dem Wochenende

Ich bin vor einiger Zeit gefragt worden, ob mir meine Arbeit Spaß mache. Das war mir ein Anlass, mich mit dieser Frage zu beschäftigen. Von selbst wäre ich nicht darauf gekommen. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Ich gehe doch nicht zum Spaß arbeiten! Beim Arbeiten geht es in erster Linie um Geld und beim Geld hören Spaß und Freundschaft auf. Vielleicht ist es ja erhellend, dass das sich das deutsche Wort Spaß vom italienischen spasso ableitet, das wiederum Zerstreuung, Zeitvertreib, Vergnügen bedeutet. Wenn das der eigentliche Zweck der Arbeit sein sollte, dann haben wir es mit dem Spaß übertrieben. Dann ist daraus jetzt etwas geworden, das seinerseits wieder nach Zerstreuung und Vergnügen verlangt. Etwas, das einen ganzen Tag dauert, die ganze Woche beansprucht und das Denken und Träumen bestimmt, kann kein Spaß mehr sein!
Aber das muss es auch nicht. Die Frage, ob denn die Arbeit Spaß mache, kann sich eigentlich nur ein Kind der Spaßgesellschaft ausdenken. Auf der verzwei…

Nonsens

Irgendwo muss ich noch das Nonstop-Nonsens-Buch haben. Ein kleines Buch mit Sketchen von Dieter Hallervorden. Seltsamerweise ist ausgerechnet dieses Buch irgendwie über die deutsch-deutsche Grenze gekommen, als sie noch aus Eisen und Beton war. Ich kann nicht mehr sagen, ob ich von diesem Buch irgendwelchen nennenswerten Gebrauch gemacht habe. Ich glaube, ich hatte Schwierigkeiten, die gelesenen Sketche lustig zu finden, aber das weiß ich nicht mehr. Es gab in meiner Umgebung wahrscheinlich auch niemanden, mit dem ich sie hätte aufführen können. Wie dem auch sei, das Buch ist jedenfalls noch da, aber ich werde die Sketche wohl trotzdem nicht aufführen, obwohl ich heute vielleicht schon Spielpartner finden würde. Ich glaube, meine Vorstellung von Humor hat sich inzwischen ein bisschen verändert.  Es ist aber immer noch Nonsens. Vor ein paar Tagen war ich Beikoch in einer Kochshow. Es gab „Überraschungsauflauf mit Sommergemüse“. Das Sommergemüse bestand unter anderem aus Brokoli und Blum…

Alles wieder gut

Meine Toleranz gegenüber Insekten im Allgemeinen und Fliegen im Besonderen hat in den letzten Wochen stark abgenommen. Allerdings muss ich feststellen, dass ich eher die Qualitäten eines Fluchttieres als die eines Jägers besitze. Insofern scheint es bei mir schon eine genetische Veränderung zu mehr Friedfertigkeit zu geben. Meine Aggressionsbereitschaft scheint eher kulturell bedingt zu sein. Darum lachen mich die Fliegen auch aus. Im klebrigen Fliegenfänger verfange ich mich nur selbst. Eine Fliege ist dort noch nicht gelandet. Daraufhin habe ich meine alte Fliegenklatsche wieder aktiviert. Sie ist inzwischen so alt, dass bei jedem Zuhauen ein Stück vom Griff absplittert. Dass die Fliegen trotzdem den Tod finden, liegt daran, dass sie vor lauter Lachen nicht aufpassen wohin sie fliegen und im Bierglas landen, worin sie dann ertrinken. (An diesem Beispiel kann man auch sehr schön den Unterschied zwischen „effektiv“ und „effizient“ verdeutlichen: Effektiv ist meine Methode schon, weil …

Wollen und werden

Die Errichtung der Pyramiden von Gizeh war prägend für eine ganze Epoche. In einer zuvor nicht gekannten Kooperationsleistung arbeiteten die Menschen eines ganzen Landes über Generationen hinweg zusammen und erreichten ein gemeinsames Ziel. Wozu diese gewaltige Anstrengung gut sein sollte, erschließt sich uns Heutigen nicht mehr, aber sie hat das Land einst groß gemacht. Unsere Epoche bringt eine vergleichbare Leistung hervor: die Weltraumfahrt. Sie begann eigentlich als strategisches Manöver im Kalten Krieg, hat sich aber zu einem wahren Friedensprojekt entwickelt. Auf keinem anderen Gebiet arbeiten so viele Nationen friedlich zusammen. Vielleicht wird das Ziel dieser Anstrengungen den Menschen in viertausend Jahren ebenso rätselhaft vorkommen, wie uns das Ziel des Pyramidenbaus. Es ist allerdings fraglich, was von der Raumfahrt übrig bleiben könnte, das man so bestaunen könnte, wie Pyramiden. Die Weltraumbahnhöfe? Eine Raumstation? Satelliten! Vielleicht sogar ein Bauwerk auf dem Mo…

Es sei denn Liebe

Ich kann nicht mehr genau sagen, wann das anfing, aber irgendwann war ich der Meinung, Gefühle wären nur etwas für Mädchen und auch die würden sie sich nur einbilden. Ich hatte keine. Ich war in der Pubertät (oder zumindest in dem entsprechenden Alter) und ich war Dressur- und Springreiter. Das war ein Mädchensport und ich bekam immer die bockigen Pferde. Wenn ich in die Pfütze fiel, stand ich eben wieder auf, fing mein Pferd ein und stieg wieder auf. Jana sagte mir dann einmal, dass ich immer so cool aussehe, als ob ich niemals Angst hätte. Das hat mir sehr gefallen und ich konnte auch wirklich keine Angst mehr fühlen. Nicht dass ich keine Befürchtungen gehabt hätte, was alles nicht klappen könnte - aber das Gefühl der Angst war weg. Oder besser: ich konnte es nicht wahrnehmen. Genauso war es mit Glück und Trauer, Stolz und Freude, Wärme und Zuneigung und was das Leben sonst noch alles reich machen kann. Ich hatte mir das abgewöhnt und fing lieber an zu rauchen und zu trinken, weil …

Sapere aude

Ich bin so dumm wie Bohnenstroh. Ich bin darüber hinaus sogar noch viel dümmer als die Polizei erlaubt. So blöd, dass mich die Schweine beißen. Meine Blödigkeit sprengt alle bisher bekannten Grenzen. Ich habe sie mit Löffeln gefressen und jetzt kommt sie mir zu den Ohren heraus. So würde ich gern noch eine ganze Weile weitermachen, aber weil ich so dumm bin, fällt mir eben nicht mehr ein. Außerdem muss ich befürchten, dass nicht weiter gelesen wird, denn wer will schon lesen, was ein Dummer geschrieben hat? Also schreibe ich jetzt erstmal, warum ich mich so eifrig der Dummheit bezichtigen will. Es ist wegen Martenstein. Im letzten Zeitmagazin hat Martenstein darüber geschrieben, dass die Intelligenz immer mehr abnimmt und die Menschen immer dümmer werden. Er kommt dann aber zu dem Schluss, dass das gar nichts macht, weil man zur Feststellung seiner Dummheit wenigstens noch ein bisschen Intelligenz benötige. Dumme würden gar nicht bemerken, dass sie dumm sind, sondern würden sich für z…

So oder so

Der kleine Junge saß im Sandkasten und war sehr beschäftigt. Er war jetzt schon den ganzen Nachmittag hier draußen und auch am Vormittag war er hier gewesen. Er war mit seinem Werk noch lange nicht zufrieden. Es war nicht schlecht, im Gegenteil, es war sogar sehr gut. Aber es war eben auch noch lange nicht fertig. Während er sich alles noch mal ansah und darüber nachsann, erklang eine wohlvertraute Stimme:  „Oh! Mein! Gott!“ „Ja, Mamma?“ „Komm rein, das Abendessen ist fertig!“ „Aber ich mache gerade die Welt... und die ist noch nicht fertig.“ „Mein lieber Gott, ja, natürlich, aber morgen ist auch noch ein Tag. Komm jetzt!“ Gott seufzte und ging rein. Das ganze ging insgesamt geschlagene sechs Tage so. Jeden Abend dachte er: „Es ist gut, es ist sogar sehr gut, aber es ist eben noch nicht fertig.“ Nach sechs Tagen war er dann zufrieden. Und am siebten Tag sah er den ganzen Tag lang nur fern und dachte nicht mehr an die blöde Welt, die er gemacht hatte und schließlich vergaß er sie ganz.  Viele…

Hänsel und Gretel

Auch beim Singen muss man schon ein bisschen aufpassen, sonst kommt man schnell mal in brenzlige Situationen, in denen guter Rat teuer ist. Zurzeit ist es angeraten vom Brünnlein kalt, vom kühlen Grunde, vom See und vom Trinken zu singen. Nicht jedoch vom Ofen oder von Feuer und Kohle. Nicht alle halten sich aber an solcherlei Konventionen und wollen sich lieber alles Mögliche frei von der Leber weg singen. So wurde dann auch mitten in der schönsten Mittagshitze vorgeschlagen, das Lied von Hänsel und Gretel zu singen. Alle Einwände halfen nicht. Ich versuchte es auf das Schrecklichste auszumalen, was passieren würde, wenn der Ofen einmal in Gang käme, aber man lachte nur und meinte man könnte das mit dem Ofen ja weglassen. Natürlich. Das kennt man ja. Wir müssen morgen früh raus, gehen aber abends trotzdem noch in die Kneipe. Dann trinken wir halt mal nicht so viel. Auf diese Weise hätte ich beinahe mal eine mündliche Prüfung vergeigt. Denn jedes Geschehen hat eine eigene Dynamik, die…

Im Sinne des Verfassers

An heißen Sommertagen wende ich in meiner Wohnung einen einfachen aber wirkungsvollen Trick an, um mir Abkühlung zu verschaffen: Ich warte die Mittagszeit ab und erhitze dann mehrere Töpfe mit Wasser auf dem Herd in der Küche. Ich koche Kartoffeln und grüne Bohnen und ich brate Fleisch. Die Küche ist ohnehin der heißeste Raum in der Wohnung, denn sie hat keinen funktionierenden Sonnenschutz. Durch die beschriebenen Aktivitäten erreiche ich nach dem Schließen der Tür Temperaturen, die denen auf der Oberfläche der Sonne nahekommen. Dann verzehre ich die doppelte Menge meines eigentlichen Kalorienbedarfs in der Hälfte der sonst üblichen Zeit. Anschließend wasche ich noch ab. Dann verlasse ich die Küche wieder. Das dauert alles nicht länger, als zwanzig Minuten. Aber selbst, wenn ich vorher in den anderen Räumen fast erstickte, erscheinen sie mir nach meinem kurzem Aufenthalt im Vorhof der Hölle wie Kühlzellen. Ich muss mir etwas überziehen, um mich nicht zu erkälten.  Dieses Prinzip heißt…